TRAUMABARUNDKINO

Wie die interdisziplinäre Performance der TRAUMABARUNDKINO in Berlin das verhärtete Konzept der Modenschau auf den Kopf stellt.

Das strukturelle Konzept der Modenschau aufzulösen, einmal auf den Kopf zu stellen und zu transformieren – das hat sich die Modeabteilung des Berliner Projekts TRAUMABARUNDKINO auf die Fahnen geschrieben. Ein Vorhaben, das mit der interdisziplinären Performance „Now You May Tell That I´ve Been Seen By You“ erstmals präsentiert wurde. Vor einem Jahr hat Tanja Bombach vom „Fashion Departement“ mit der Vorbereitung der Veranstaltungsreihe begonnen. Ihr Ziel: Die Darstellung von Mode zu erweitern, einen konzeptuellen Austausch zu fördern, Kreative zu vereinen und so interdisziplinäre Verbindungen zu kreieren. Gemeinsam mit dem Choreographen Michael-John Harper entwickelte sie eine Performance, in der zeitgenössischer Tanz und Modepräsentation miteinander verschmelzen und die vier Jungdesigner Don Aretino, Maria Miottke, Olga Khristolyubova and Johanna Liebl ihre Kollektionen präsentierten.

Mit dem Mythos von Diana und Actaeon wurde eine symbolträchtige Skizze als Grundlage gewählt: Die verhängnisvolle Begegnung eines besessenen Jägers mit einer Göttin. Actaeon, der Diana beim Baden mit ihren Nymphen belauscht, wird von der erzürnten Göttin in einen Hirsch verwandelt, der schließlich von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird. Die Performance legt menschliches Urverhalten frei, und den unausgesprochenen Preis dafür, allmählich zum Opfer seiner eigenen Triebe und durch diese Intensität verbraucht zu werden. Erforscht werden die Dimensionen der Stimme als einzig nichtorganischer Ausdrucksform im menschlichen Körper. Es geht um unverarbeitete, unkonzentrierte Wut als ein Akt schöpferischer Befreiung.

Mit TRAUMABARUNDKINO ist ein Hybrid im Werden. Hier sollen neue Wege eingeschlagen werden auf denen zeitgenössischer Tanz, Mode, Film, Videokunst und Klubkultur beginnen, eine Symbiose zu bilden. Die Performance war dafür nur der Auftakt. Das Crossover-Konzept von Tanz, Fashion, Ton- und Lichtdesign soll mit weiteren Veranstaltungen fortgesetzt werden. So wird ein Raum geschaffen, der sich als Schnittstelle zwischen Kunst und Klubkultur sieht und diese wieder in Beziehung zueinander setzen möchte. Für einen flüssigen Austausch der Kreativen.

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