Elizabeth Olsen December 2013 / January 2014

Theater ist plötzlich cool. Etwa so wie Fernsehen. Zur Adoleszenz meiner
Generation gehörte beinahe rexflexartig das strikte Ablehnen von
beidem. Fernsehen galt als Massenverdummung, Theater hingegen als
bürgerlicher Schwachsinn, zum Fremdschämen peinlich; nur Oper ließ man
gelten, wer schaffte es schon ohne Tränen durch eine Inszenierung von La
Bohème an der Met? Dann kamen etwa gleichzeitig in mein Leben: Eine Serie
namens The Office und eine Inszenierung von 33 Variations am Broadway – und
meine Haltung änderte sich buchstäblich über Nacht. Ricky Gervais heißt der
geniale Protagonist und das Mastermind hinter der britischen Fernseh-Sitcom,
die banalen Büro-Alltag realistisch abfilmt und in der scheinbar spontan Texte
gesprochen werden, in denen sich das Komische, Rührende und Böse im
Wahren einstellen. Ausgerechnet Jane Fonda wiederum überzeugte mich vom
!eater: Ihre brillante Darstellung, eine drei Stunden lange Tour de Force in
einem Vierpersonenstück, begründete meine !eaterleidenschaft. In diesem
Monat treffen bei uns diese beiden Welten in ihrer aktuellen,
inzwischen noch sublimeren Form aufeinander. Claire Danes, die
Heldin der zurzeit wohl bemerkenswertesten Fernsehserie Homeland,
spricht mit Dustin Hoffman darüber, warum für unsere Flatscreens
mittlerweile mehr gute Drehbücher verfilmt werden als für die Kinos
dieser Welt. Und wir stellen Ihnen einen Reigen der zurzeit wichtigen
!eatermacher Deutschlands vor. Die sehr frei nach Arthur Schnitzler
das Staffelholz ihrer subjektiven Bewunderung einander weiterreichen.
Bühnenstars empfehlen Inszenierungen, Regisseure Kollegen.
Willkommen im Zeitalter der medialen Intelligenz für alle!

LISA FELDMANN

 6.99

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