PRINGLE OF SCOTLAND: 

THE BULLETIN

Das Pringle of Scotland Magazin „The Bulletin“ wurde von Fran Stringer, die seit 2016 die kreative Leitung des Hauses innehat, zu neuem Leben erweckt. Gegründet wurde das Magazin 1949 und berichtete ursprünglich von Geschehnissen, Hochzeiten und Geburten innerhalb des Traditionsbetriebs. Persönliche Geschichten stehen auch bei der Neuauflage im Fokus: Julie Greve interpretiert ikonische Archiv-Teile, während William Scarborough die Fabrik in Hawick dokumentiert. Katy Wallace, Brand Director, über den Relaunch des In-House Magazins, Innovationen und klassische Designs von Pringle of Scotland.

CARA LERCHL Warum haben Sie sich entschieden ihr In-House Magazin „The Bulletin“ zurückzubringen?

KATY WALLACE „The Bulletin“ haben wir 1949 zum ersten Mal veröffentlicht. Es diente ursprünglich der Weitergabe von Neuigkeiten der Mitarbeiter innerhalb der Fabrik, eine freundliches und persönliches Kommunikationsmittel. Es war seiner Zeit weit voraus – heutzutage besorgt sich jeder diese Informationen über das Internet. 

CL Beinahe wie eine Social Media-Plattform.

KW Die Wiederbelebung war eine gute Gelegenheit, die Menschen daran zu erinnern, wofür Pringle als schottischer Strickwarenhersteller steht – nämlich 200 Jahre Geschichte, über die bislang nicht genug erzählt wurde. Dafür haben wir mit fünf aufstrebenden Fotografen zusammengearbeitet. Julie Greve, beispielsweise, nahm einige unserer Archivstücke nach Wales auf einen Campingausflug, während William Scarborough unsere traditionsreiche Fabrik in Hawick besucht hat.

Foto: Instagram @PRINGLESCOTLAND

CL Die Designs der Marke wurden von Größen wie Grace Kelly und Brigitte Bardot getragen, seit 1966 sind Sie Hoflieferanten der britischen Königsfamilie. Wie sieht ihre typische Kundin aus?

KW Unsere Designs vereinen unterschiedlichste Stile, Altersgruppen und Persönlichkeiten. Wir lieben die Idee, dass es für Jeden etwas ist – Mutter und Tochter. Oliver Halde Pearch zeigt in in seiner „Best of British“-Serie eine Gruppe britischer Talente und beweist, dass Leute aus verschiedensten Bereichen unsere Teile auf ihre eigene Art tragen – ob alt oder neu.

CL Wie gelingt es Ihnen, traditionelle Techniken wie das Argyle-Muster und die Kaschmir-Twinsets in moderne Garderobe zu transformieren?

KW Pringle of Scotland ist bekannt für Innovationen. Sei es für Techniken, die wir entwickelt haben, wie Argyle und den Druck auf Kashmir, oder das Twinset – wir haben uns stets darauf konzentriert, modern zu bleiben. Vor einigen Jahren waren wir die Ersten, die einen 3D-Druck auf Strickwaren gewagt haben. Strick erlebt in der Mode glücklicherweise gerade einen guten Moment, die Leute kleiden sich wieder lässiger. 

Julie Greve’s How Green Was My Valley-Bilder in The Bulletin

CL Suzy Menkes nannte die Entscheidungen seit dem Beginn von Fran Stringer bei Pringle of Scotland „genau richtig“. Was hat sich geändert, seit sie 2016 die kreative Leitung übernommen hat?

KW Als ich sie das erste Mal traf, erzählte sie mir, sie nenne sich die Königin des britischen Erbes. Fran wuchs im Norden Englands auf und hat ein erstaunliches Verständnis für unser Archiv und unsere Geschichte. Sie ist ständig darum bemüht, es zu modernisieren. Die meisten Menschen nehmen uns zwar als Luxusmarke aus Schottland wahr, doch nicht jeder hat einen Pringle-Pullover im Schrank hängen. Fran hilft uns dabei, der Marke eine breitere Bühne zu geben. Sie begann mit dem Argyle-Muster zu spielen, brachte Stücke aus dem Archiv zurück und führte für ihre Herbst/Winter-Kollektion 2018 ein Leopardenmuster in die Kollektion ein – der ist und bleibt ihr Lieblingsstück. 

William Scarborough’s Foto-Essay Made In Scotland in The Bulletin

CL Was war die Hauptinspiration für ihre Frühjahr/Sommer-Kollektion 2019?

KW Der Ausgangspunkt waren schottische Blumen aus unserem Archiv. Um diese aufwendige Handintarsie zu modernisieren, haben unsere Techniker erstmals eine Methode entwickelt, um sie an der Maschine herzustellen. Die Sommersaison ist für uns immer eine Herausforderung – je feiner der Strick, desto interessanter die Silhouette!

CL Gibt es eine Kollaboration an der Sie gerade arbeiten?

KW Glaubwürdigkeit steht für uns an oberster Stelle, wenn es um Kollaboration geht. Wir lieben es, mit Menschen zu arbeiten, die ihre eigenen Geschichten über Pringle erzählen. So war es mit unserer Markenbotschafterin Tilda Swinton, zu der wir eine lange Beziehung haben. Larissa Hofmann ist ein weiteres großes Talent, das wir fördern möchten. 

CL Welches ist Ihr Lieblingsmoment von Pringle of Scotland?

KW Das April-Cover der US-amerikanischen Vogue aus dem Jahr 1955, das ein Model in unserem Twinset abbildet. Es hängt in unserem Büro.

Ein Pringle-Twinset auf dem April 1955 Cover der US-amerikanischen Vogue

 

 

 

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