WIE COOL SIND SIE, MR. HASSELHOFF?

DER ERFOLGREICHSTE SERIENDARSTELLER ALLER ZEITEN VERRÄT, WIE DAS LEBEN SO IST

 

HARALD PETERS In dem Dokumentarfilm „Being David Hasselhoff“ erwähnen Sie, dass Sie immer dachten, dass Ihre Serien und auch Ihre Songs hoffnungslos uncool seien. Doch irgendwie scheint sich das Blatt gerade zu wenden.

DAVID HASSELHOFF Ja, obwohl ich selbst die Sachen nie uncool fand, ich hatte nur den Verdacht, dass ich damit alleine war. Ich habe mich bei jeder Rolle von meinem Vater inspirieren lassen. Er war ein sehr offener Mensch, charmant, lustig, mit einem großen Herzen. Er hat mit seiner Art einfach jeden umarmt, Schwarze, Weiße, Schwule, Heteros, Muslime, einfach alle. Er hat mich gelehrt, das Leben zu lieben, glücklich zu sein und die Leute zum Lachen zu bringen. Und ich habe versucht dieses Lebensgefühl stets auf die Serien zu übertragen. Deswegen habe ich auch K.I.T.T., meinen Wagen in „Knight Rider“, Buddy und Kumpel genannt. Die Show wurde zu einem monumentalen Erfolg. Gerade arbeiten wir übrigens daran, aus „Knight Rider“eine Spielfilmserie zu machen.

HP Ach?
DH Ja, hoffentlich werden wir damit fertig, bevor ich zu alt bin, hahaha.

HP Und Sie sind dann der wieder Fahrer?

DH Den Wagen wird dann wahrscheinlich mein Sohn fahren. Oder mein Enkel oder meine Enkeltochter.

HP Aber woher kommt der Coolness- Schub? Ich meine, es gibt einen Film wie „Baywatch“, Sie haben in „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ mitgespielt, mit Schwarzenegger und Michael Fassbender drehen Sie „Kung Fury 2“ und vom britischen Fernsehen haben Sie die sensationelle Serie „TheHoff“ auf den Leib geschrieben bekommen?

DH Wissen Sie, Kinder fanden mich immer cool. „Looking For Freedom“ hat sehr vielen Leuten sehr viel bedeutet, aber vor allem Kindern. Das ist mir aufgefallen, als ich mir die alten Videos wieder angeschaut habe. Mein Publikum waren Kinder zwischen neun und 15, und jetzt sind sie 39. Und jetzt, 30 Jahre danach, gehe ich auf Tour. Es beginnt am 2. Oktober in Hannover, aber so richtig fängt die Tour erst einen Tag später in Berlin am Tag der Deutschen Einheit an. Und all das haben wir nur dem Schicksal zu verdanken. Manchmal schenkt einem das Leben Glück und großen Erfolg und manchmal bekommst du Trauer und Pech. Aber wie meine Mutter stets sagte: „So ist das Leben!“ Verstehen Sie?

HP Sicher.
DH Doch wenn man es schafft, die Erkenntnis zu umarmen – eine Sache, die ich immer noch lernen muss –, also die Erkenntnis, dass das Leben nicht fair ist, dann…

HP …lässt es sich besser ertragen?
DH Ja, deine Freunde sterben, was natürlich traurig ist, oder du selbst wirst krank und dein Leben ist plötzlich vorüber, was auch sehr traurig ist, aber nichts daran ändert, dass das Leben so spielt. Man muss das Leben und das Gute und die Großzügigkeit der Menschen umarmen … ( jemand ruft laut italienisch dazwischen) Das war einer meiner Freunde hier in dem Resort in Apulien, in dem ich gerade bin. Er ist einer der Arbeiter. Hier ist es wirklich toll, weil ich ganz ich selbst sein kann und niemand etwas von mir will. Das ändert sich natürlich sofort, sobald ich in die Stadt gehe. Egal welchen Hut ich aufsetze, erkennt man mich.

HP Gibt es einen Ort auf der Welt, an dem man Sie nicht erkennt?
DH Ich war neulich bei den Massai in Kenia. Also da kannten die mich auch. ●

 

Das Interview ist in unserer FALL/WINTER 2019 Ausgabe erschienen und ist als digitaler Download oder Hardcover in unserem online shop und an den Zeitungsständen erhältlich

David Hasselhoff tourt mit “Freedom! The Journey continues Tour” durch Europa und ist am 02.10.19 in Hannover und am 03.10.19 in Berlin