DER ANDY WARHOL FRAGEBOGEN:

Sie war Black Panthers aka König T’Challas Sicherheitschefin Ayo in den Filmen „The First Avenger: Civil War“, „Black Panther“ und „Avengers: Infinity War“, war die Senatorin Acantha in „Wonder Woman“ sowie die Stimme der missgünstigen Hyäne Shenzi in der Neuverfilmung von „The Lion King“, und zwar im Original wie auch in der synchronisierten Fassung. Als Shenzi konnte man Florence Kasumba auch im Musical „Der König der Löwen“ sehen wie auch in „Evita“, „Jesus Christ Superstar“, „Evita“, „Mamma Mia““, „Aida“, „West Side Story“ und ungefähr allen anderen Musicals, die es gibt. Das beinhaltet natürlich auch „Cats“, was ein schöner Anlass gewesen wäre, die 43-jährige deutsche Schauspielerin darum zu bitten, uns mal kurz den Inhalt oder gar tieferen Sinn von „Cats“ zu erklären. Seit der Verfilmung aus dem vergangenen Jahr – bei der Kasumba nicht mitgemacht hat – sind wir nämlich immer noch nachhaltig verwirrt. Wäre uns ihre Beteiligung an „Cats“, dem Musical, vorher aufgefallen, hätten wir bestimmt ein paar bohrende Fragen zu dem Thema integriert, obwohl, eigentlich hätten wir das wohl nicht, weil der Fragebogen, den sie beantwortet hat, der Andy-Warhol-Fragebogen ist, und Warhol hat sich offenbar nicht besonders viel aus „Cats“ gemacht. Andererseits ist es auch nicht so, dass wir Kasumba den Warhol-Fragebogen in seiner reinsten Form vorgelegt hätten. Da sie neben Maisie Williams, Rami Malek, Troye Sivan, Jackson Wang und Willow Smith Botschafterin für die Uhr Pasha de Cartier von Cartier ist, haben wir uns erlaubt, den Fragebogen zum Ende hin mit ein paar angemessen oberflächlichen oder scheinbar tiefsinnigen Fragen zum Thema Uhren und Zeit anzureichern. Auf geht`s!

Was hatten Sie zum Frühstück?

FLORENCE KASUMBA Ich hatte ein Butterbrot mit Nutella, Rührei, Champignons, ein bisschen Brie, Kaffee schwarz mit Zucker und einen Orangensaft.

Führen Sie Tagebuch?

FK Nö.

Sind Sie eine gute Köchin? Falls ja, was ist Ihre Spezialität?

FK Ich finde kochen nicht so interessant, auch wenn ich natürlich kochen kann. Aber es ist nicht gerade meine Leidenschaft. Dementsprechend habe ich auch keine Spezialität.

Gibt es eine Sache, von der Sie bedauern, Sie nicht gemacht zu haben?

FK Ich finde es gerade ein bisschen schade, dass ich meine Muttersprache „Luganda“ nicht kann, aber dafür spreche ich Deutsch, Englisch und Niederländisch – das ist ja auch okay.

Haben Sie intime Geheimnisse? Was, Sie haben keine? Kommen Sie, irgendwelche Geheimnisse müssen Sie haben!

FK Meine Geheimnisse gebe ich grundsächlich nicht preis! (lacht)

Tanzen Sie zu Hause?

FK Ja klar!

Wie groß war das größte Publikum, vor dem Sie gespielt haben?

FK Ich denke mal über 2000 Leute und es war sehr wahrscheinlich „Der König der Löwen“ in Hamburg.

Träumen Sie? (Was war der letzte Traum, an den Sie sich erinnern?)

FK Ich hatte letztens einen schrägen Traum…aber ich kann mich dann leider später nicht mehr daran erinnern. Das ist dann ein bisschen schade, weil ich mir eigentlich mal vorgenommen habe so etwas aufzuschreiben, wenn man dann aufsteht und sich dann noch erinnert.

Glauben Sie, dass es sich um Eitelkeit handelt, sich so viele Gedanken über sein Äußeres zu machen?

FK Auf jeden Fall! (lacht)

Wie wurden Sie entdeckt?

FK Ich habe ja Gesang, Tanz und Schauspiel studiert, und früher war es halt so, dass man ganz klassisch zu Auditions ging. Dort muss man dann zeigen, was man kann, und wenn es ok ist und passt, dann bekommt man halt den ersten Job. Läuft beim Film ähnlich mit Casting. Oder manchmal sehen die Besetzer auch einfach nur das Material von einem und man wird besetzt.

Was war Ihr erster Job?

FK Auf der Bühne war es ein Theaterstück am Grillo-Theater in Essen, das war ungefähr 1997. Das Stück hieß „Die Goldberg–Variationen“.

Was war das Verrückteste, das Ihnen ein Fan geschenkt hat?

FK Ich habe bis jetzt noch nichts Verrücktes bekommen.

Würden Sie es in Erwägung ziehen, einen Fan zu heiraten?

FK Also, ich bin ja aktuell verheiratet und zufrieden (lacht). Könnte ich mir das vorstellen…? Also, mir war das eigentlich früher egal, wen ich treffe. Ob Fan, Nachbar, Kollege – man lernt Menschen halt einfach kennen, verliebt sich, und dann spielt es keine Rolle, ob Fan oder nicht Fan.

Wer wäre Ihr Traumdate?

FK Mein Mann natürlich!

Was ist Ihre Lieblingsfarbe?

FK Schwarz, auch wenn es eigentlich keine Farbe ist.

Was lesen Sie gerade?

FK Sebastian Fitzek, und ich habe mit „Flugangst 7a“ angefangen. Wobei ich mir gerade nicht so sicher bin, ob es das richtige Buch für mich ist, soviel wie ich aktuell durch die Gegend fliege (lacht). Aber es gefällt mir sehr.

Wanne oder Dusche?

FK Auf jeden Fall Dusche.

Werden Sie depressiv, wenn Sie nicht arbeiten?

FK Nein, mir wird nicht langweilig, wenn ich nicht arbeite (lacht).

Wann werden Sie nervös?

FK Nervös werde ich, wenn ich zum Beispiel arbeite und nicht genügend Zeit hatte, mich vorzubereiten, weil ich dann unsicher bin. Oder wenn ich Schiss habe, wie zum Beispiel Gestern im Hotel bei meinem Dreh in Göttingen: Da war eine fette Spinne überm Tisch, das hat mich nervös gemacht, und ich musste an der Rezeption darum bitten, die Spinne nach draußen zu bringen. Ansonsten bin ich ganz entspannt…

Was ist Ihr Lieblingsfilm?

FK Auf jeden Fall „Black Panther“ und „Lion King“, aber mir hat „Parasite“ auch echt gut gefallen.

Haben Sie eine Traumrolle?

FK Eine Traumrolle habe ich nicht, aber ich spiele ganz gern Fantasiefiguren, weil mir da so gar keine Grenzen gesetzt werden. Hexen oder andere Wesen, die übernatürliche Kräfte haben, das mag ich.

Werden Sie ein Buch schreiben?

FK Nö.

Möchten Sie für Ihre Schönheit respektiert werden?

FK Ich möchte generell respektiert werden. (lacht)

Was denken Sie über die Liebe?

FK Die Liebe ist schön, warm, Liebe führt zu Vertrauen – jeder kann lieben. Das denke ich über Liebe. Und es ist unheimlich schön, geliebt zu werden.

Gehen Sie nachts aus?

FK Nein, ganz sicher nicht.

Bekommen Sie täglich Ihre acht Stunden Schlaf?

FK Ja, natürlich!

Worauf sind Sie besonders stolz?

FK Auf viele Sachen… Auf meine Kinder, die ich mit meinem Mann großziehen darf. Ich bin superstolz auf meine Mama, weil sie mir so viel beibringt und mein absolutes Vorbild ist. Und ich bin auch stolz auf das, was ich in den letzten Jahren erreicht habe. Es war ein langer Weg, den ich zum Glück nicht allein gehen musste. Aber es ist schon so etwas, wo ich jetzt sage: „Wow, da bin ich stolz drauf!“

Wieviele Hotels haben Sie vor die Tür gesetzt?

FK Keins! (lacht)

Warum ist eigentlich nicht alles einfach immer nur toll?

FK Ja, weil das Leben nicht immer toll ist. Wobei, das ist auch Ansichtssache – was ist toll, was ist nicht toll? Dinge die schlecht sind, oder nicht gut ankommen, können ja auch eine Herausforderung sein, an der man wächst. Wenn immer alles toll wäre, könnte man ja auch den Unterschied nicht mehr spüren. Man weiß Dinge, die einem gut tun, mehr zu schätzen, wenn man auch das Gegenteil kennt.

Wann haben Sie zuletzt auf die Uhr geschaut?

FK Am Anfang dieses Interviews, weil ich mir alle Fragen durchgelesen habe.

Wie spät war es da genau?

FK 12.50 Uhr.

Ist eine Armbanduhr heutzutage eher ein Gebrauchsgegenstand oder ein Schmuckstück?

FK Für mich beides. Ich habe immer ganz gerne die Zeit im Auge, und wenn man dann noch eine schöne Uhr hat, ist sie natürlich auch ein Schmuckstück.

Was war eigentlich zuerst da: die Uhr oder die Zeit?

FK Die Zeit ist ewig – sie war schon immer da. Und die Uhr gab es irgendwann, um die Zeit zu messen.

Würde die Zeit ohne Uhr schneller oder langsamer vergehen?

FK Die Zeit vergeht einfach, egal ob mit oder ohne Uhr. Meine Zeit vergeht leider immer zu schnell, wenn ich Dinge mache, die mir Spaß machen (lacht). Und bei Sachen, die mir nicht so gefallen, zieht sich die Zeit manchmal schon ganz schön.

Können Sie in kurz einem Satz die Besonderheit von Pasha de Cartier erläutern?

FK Was ich an der Uhr mag, ist ihre Eleganz, ihr individuelles Design, eine Uhr mit Geschichte und trotzdem sehr modern – diese Mischung gefällt mir sehr.

Wie lange haben Sie für die Beantwortung unseres Fragebogens gebraucht?

FK Wie schon gesagt: Zeit ist relativ.

Florence Kasumba ist ab Mitte September in der Serie „Deutschland 89“ zu sehen.

 

Words HARALD PETERS

Photography LINA TESCH @Cartier
Assitant TILL BECKER
Styling SARAH SHARON KARSTEN
Hair & Make Up DENISE GRUNDMANN

 

From left to right: Rami Malek, Willow Smith, Troye Sivan, Maisie Williams, Jackson Wang. Foto: Craig McDean @ Cartier