NOBI

TALAI

Wenn Nobieh Talaei am Werk ist, trifft orientalisches Erbe auf minimalistische Designsprache. Aus der Iranerin wird das Berliner Label Nobi Talai, das ihre Geschichte in Form von Material, Farbe und Silhouette widerspiegelt. Zur Eröffnung ihres Pop-up-Store im KaDeWe haben wir mit der Designerin geredet und mehr über ihre Herkunft und Inspiration erfahren.

CELIA MARIE FREILING Wie würden Sie Nobi Talai beschrieben?

NOBIEH TALAEI Nobi Talai ist ein Mix aus malerischer und skulpturaler Mode – wir definieren uns durch zeitlose und zurückgenommene Designs, die etwas Ursprüngliches haben. Mir ist es wichtig, dass meine Mode saisonunabhängig und wandelbar ist.

CMF Welche Aspekte ihrer Person zeichnen sich in Ihrem Label ab?

NT Meine Marke erzählt die Geschichte meiner Kindheit im Iran und meines Erwachsenwerdens in Europa. Nobi Talai ist eine Verbindung aus beiden Kulturen –  Tradition und Modernität. Ich bin mit Geschichten über Nomaden aufgewachsen, die mir meine Großmutter immer wieder erzählte. Darin ging es immer darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das ist auch ein essentielles Element der Neuen Sachlichkeit, einer Kunstrichtung, die mich sehr inspiriert.

Die Geschichten der Nomaden faszinieren mich heute noch genauso wie damals. Es sind die Erzählungen von Reisen und Handwerken wie dem Teppichknüpfen. Auch die Art meiner Großmutter, die selbst Schneiderin war, sich zu kleiden, verschiedene Stoffe und Kleidungsstücke zu kombinieren, beeinflusst meine Designs. Ihr Handwerk hat mich dazu inspiriert, den Weg in die Mode einzuschlagen.

CMF Erzählen Sie uns von Ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

NB Es war immer ein Traum meine eigene Marke zu gründen  aber nie ein Plan. Die Modebranche ist überfüllt von neuen Kreationen und kreativen Persönlichkeiten. Man muss seine Nische finden um herauszustechen und zu überleben. Meinen eigenen Store zu eröffnen, der Nobis Geschichte erzählt, ist ein Traum. Aber dieser Schritt erfordert viel Geduld, auch wenn ich ihn am liebsten sofort realisieren würde.

 

CMF Die Abschlusskollektion ihres Studiums war für Männer. Warum designen Sie heute für Frauen?

NB Ich liebe Herausforderungen und es schadet nie seinen Horizont zu erweitern. Und da ich mich in meinem Studium auf Damenmode spezialisiert habe, entschloss ich mich, meinen Abschluss in Herrenbekleidung zu machen. Man weiß nie, ob sich das Produktportfolio in Zukunft erweitern wird.

CMF Wie definieren Sie Weiblichkeit mit ihren Designs?

NB Die Hauptsache ist, dass sich die Frau wohlfühlt und das auch ausstrahlt. Ob weiblich, cool oder eher boyish, mit Nobi Talai soll sie ihre eigene Femininität definieren.

CMF Wer trägt Nobi Talai?

NB Ich nenne sie die moderne Nomadin, die überall zu Hause ist. Sie steht mitten im Leben, ist international und reist viel – ob privat oder beruflich. Alter spielt keine Rolle. Sie verkörpert die Mobilität, die wir heute leben und dieser Lebensstil passt zufälligerweise auch zu meiner Inspirationsquelle, den Nomaden.

CMF Wie sieht Ihr Designprozess aus?

NB Ich arbeite mit 3D, das heißt ich drapiere meine Ideen an kleinen Büsten solange, bis mir der Entwurf gefällt. Man könnte den Designprozess mit dem eines Bildhauers vergleichen.

CMF Wie wirkt sich Berlin auf Ihre Mode aus?

NB Berlin ist kulturell unglaublich vielfältig, international und hat eine Dynamik, die mich sehr fasziniert und mitgezogen hat. Ich habe gesehen, wie sich die Stadt vor meinen Augen entwickelt hat und zu einer Modestadt herangewachsen ist.

CMF Wo suchen Sie Inspiration?

NB Durch meine Kindheit im Iran konnte ich reichlich Inspiration tanken. Auf meinen Reisen besuche ich viele Flohmärkte und Auktionen. Das Sammeln von Möbelstücken hat es mir ganz besonders angetan. Meine letzte Kollektion, die derzeit im KaDeWe zu sehen ist, wurde von dem dänischen Designer Finn Juhl inspiriert. Er war der erste Designer, dessen Arbeiten ich angefangen habe zu sammeln. Sie waren die Anregung für die Prints und Silhouetten meiner letzten Kollektion.

 

Der Nobi Talai Pop-up-Store im KaDeWe ist bis zum 16. Februar geöffnet.

Interviews......