Matangi/Maya/M.I.A.

Irgendwann klingelt das Telefon, Madonna ist dran oder irgendjemand, der für Madonna Dinge regelt. Jedenfalls möchte Madonna, dass Mathangi mit ihr beim Superbowl singt, Nicki Minaj mache auch mit.

Es ist der Höhepunkt der Karriere von Mathangi Arulpragasam, genannt Maya und bekannt als M.I.A. Klar sagt sie zu. Und klar zeigt sie der Kamera in der teuersten Werbepause der Welt den Mittelfinger. M.I.A. hat immer eine Million Widersprüche in ihrer Brust vereinigt, zum Beispiel den von Partisanentum und Pop. Sie ist die Tochter eines tamilischen Rebellenkämpfers und aufgewachsen in einer Sozialwohnung in Südlondon, sie singt Lieder für den Club, die von Genozid handeln, kritisiert Kapitalismus und Amerika und wohnte zwischenzeitlich mit dem Milliardenerben Ben Bronfman in den Hügeln von Beverly Hills. Das alles ist natürlich wie gemacht für einen Film. Bevor sie Popstar wurde, wollte M.I.A. ohnehin Dokumentarfilmerin werden, weswegen umfangreiches Material von ihr und ihrem Umfeld existiert, das die Dokumentation „Matangi/Maya/M.I.A.“ nun zeigt. Darin: M.I.A., die als Studentin nach Sri Lanka zurückkehrt, wo ihre Familie seit Jahrzehnten unter dem Bürgerkrieg leidet. Ihr Vater, der nach 20 Jahren Abwesenheit plötzlich im Londoner Wohnzimmer sitzt und erzählt, wie man Sprengstoff schmuggelt (getarnt mit einer hölzernen Spielzeugente). M.I.A., die im amerikanischen Fernsehen tapfer zum Mansplaining weißer Moderatoren lächelt. Und plötzlich ergibt das mit dem Mittelfinger recht viel Sinn.

Ab 22. November im Kino!

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