JAMES TURRELL

Was macht das Licht, James Turrell?

HP Herr Turrell, ich habe gerade einige Zeit in dem Raum mit Ihrer Arbeit „Wedgework” verbracht, und als ich ihn verließ, lief ich gegen die Wand. Betrachten Sie das als Erfolg?

JT Hahaha. Sagen wir mal so: Es war nicht meine eigentliche Absicht. Aber es zeigt, dass alles ordentlich abgedunkelt war, sonst hätten Sie ja was gesehen.

HP Bei der Biennale in Venedig ist einmal eine Besucherin kopfüber in den Abgrund einer Ihrer
licht-durchfluteten „Ganzfeld”-Räume gesprungen.

JT Ja, weil sie das Licht so weich und schön fand, nahm sie an, dass der Raum gepolstert sein muss. War er aber nicht. Zum Glück hat sie sich nicht verletzt.

HP Der Kern Ihres Schaffens ist es, Licht auf andere Weise sichtbar zu machen.

JT Ja, ich zeige es so, wie man es im Traum sieht. Es kommt einem bekannt vor, aber man weiß nicht, woher. Das Licht in unseren Träumen ist ja sehr kreativ.

HP Ich habe keine Ahnung, wie das Licht im Traum ist. Wie will man das wissen?

Das Licht in unseren Träumen ist ja sehr kreativ.

JT Nun, wenn man morgens gleich seine Träume aufschreibt, hilft es einem, sich an sie zu erinnern. Was darin passiert ist und wie sie ausgesehen haben. 

HP Für mich sieht das Licht bei Ihnen eher so aus wie unter dem Einfluss psychedelischer Drogen.

JT Ja, da ist etwas dran. Damit habe ich natürlich auch experimentiert. Früher, heute nicht mehr. 

SMALLTALKS……