TEDDY QUINLIVAN & LUDOVIC DE SAINT SERNIN

„Teddy ist besonders, weil sie einfach wunderschön ist, noch schöner als alles, wofür sie steht und was sie repräsentiert. Sie ist buchstäblich das schönste Mädchen. Ganz einfach. Aber offensichtlich hat sie für die Marke während der Show diesen ikonischen Moment kreiert. Sie und Emil haben gemeinsam die Show beendet, es war ein Adam-und-Eva-Moment innerhalb dieser Kristall- Swarovski-Fantasie. Der Fakt, dass wir das mit ihr als Transfrau gemacht haben, sagt so viel darüber aus, wie weit die Industrie in Sachen Trans- Community-Akzeptanz gekommen ist. Seitdem ist sie eine gute Freundin geworden.“

„Wir haben uns das erste Mal getroffen, als sie in Paris zu mir nach Hause kam. Es war eine Einweihungsparty, meine Studio-Party, um genau zu sein. Sie kam mit einem Freund und alles war von Anfang an cool, weil ich das Gefühl hatte, sie schon zu kennen. Sie war so warm und herzlich und wir hatten unglaublich viel Spaß. Als es dann Zeit war, an meiner AW19 Kollektion zu arbeiten, habe ich sie auf Instagram kontaktiert und ihr gesagt: „Hör zu, es war super dich kennengelernt zu haben, ich fände es unglaublich toll, wenn du bei meiner nächsten Show dabei sein könntest!“ Und sie war dabei. Wir haben uns getroffen und ich habe alles über meine Arbeit und mein Leben erzählt. Und wie viel es mir bedeuten würde, wenn sie Teil davon wäre. Dementsprechend war sie schon früh in das Projekt eingebunden, wir haben mit Fittings gemacht und über die Looks nachgedacht, die sie in der Show tragen könnte. Und dann kam bei der Show alles zusammen.“

„Sie ist so wichtig für die heutige Modewelt, weil sie nicht nur ein Model ist. Versteht mich nicht falsch, natürlich ist es großartig, nur ein Model zu sein, aber sie entwickelt sich gerade zu einer Vertreterin ihrer Sache. Sie verkörpert wirklich, was es heißt, heute eine Transfrau zu sein. Eine der ersten Sachen, die sie mir erzählt hat, war: „Ich will eine sexy Frau sein. Die Leute haben so viel Angst davor, eine Transfrau als sexy darzustellen, mit schönem Körper und allem. Aber ich habe so hart dafür gearbeitet, weshalb es unglaublich wichtig für mich ist, so repräsentiert zu werden.“ Und jetzt wird sie gerade so groß, sie hält TED-Talks, sie spricht viel in der Öffentlich-keit, sie hat eine Stimme und das ist toll.“

„Bei der Supermodel-Kollektion war sie von Anfang an dabei. Anfangs sollte sie dieses eine Kleid tragen, wir haben es das „Kondom-Kleid“ genannt, das ich für sie machen wollte. Es war aus diesem super coolen, plastikartigen, kondomigen Stoff, den wir gefunden haben. Ein Super-Mini-Kleid. Und sie war eine der ersten Personen, die mir gesagt hat: „Ich will die Eyeled-Briefs tragen, meine Unterhose mit Ösen.“ Jeder war vollkommen besessen von den Eyeled-Briefs. Und ich habe daran gedacht, dass ich für diese Saison eine Kooperation mit Swarovski mache und dachte mir „Let’s do it. Aber für Frauen und in Swarovski“. Also haben wir das gemacht. Zur gleichen Zeit habe ich an meinem Kristall-Kleid gearbeitet, von dem buchstäblich das Kristall getropft ist. Und als wir sie dann in ihr Kondom-Kleid stecken wollten, hat sie natürlich das Kristall-Kleid gesehen und sagte: „Das Kleid ist meins!“ Ich wusste schon, dass sie das sagen würde. Wir mussten nur jemand anderen für das Kleid finden, was ursprünglich für sie war. Wir haben dieses Mädchen gefunden, die fast wie eine junge Kate Moss war, und sie war großartig in dem Kondom-Kleid. Terry war großartig in dem Kristall- Kleid. Auf dem Laufsteg hatte sie dann diesen Naomi-Moment: Sie wippt ihre Haare und dreht sich – es war ikonisch. Sie weiß wirklich, was gut an ihr aussieht, was für sie funktioniert und wie sie diese unvergesslichen Momente kreiert.“

Photographer: HARRY CARR 
Styling: PAU AVIA 
Looks: LUDOVIC DE SAINT SERNIN
Hair: JOSEPH PUJALTE
Talents: LUDOVIC DE SAINT SERNIN & TEDDY QUINLIVAN

Das Interview Pride Fanzine ist erhältlich als Print Ausgabe sowie als digitaler Download.