3 JAHRZEHNTE 3 GESCHICHTEN

1989 war nicht nur ein wichtiges Jahr für Deutschland – für das niederländische Brand G-Star RAW geht es als Geburtsjahr in die persönliche Markengeschichte ein.

Die Philosophie von G-Star lautet seit 1989 „Just the Product“ – dieser konzentrierte Ansatz hat zu vielen ikonischen Denim Innovationen geführt. Das Versprechen ist: die Verwendung von hochwertigem Denim der Zukunft, der mit Respekt für Mensch und Umwelt auf transparente Art und Weise gewonnen wird.

Um das 30-Jährige Jubiläum des Unternehmens nun gebührend zu feiern, wird eine kuratierte 30 Years Capsule Collection gelauncht. Hierbei sticht vor allem die dunkle Waschung ins Auge, die durch klassische Schnitte abgerundet wird – die Inspiration dazu kommt aus dem Vintage Archiv. Highlight-Teil ist ein halterloser Denim Jumpsuit, der mit weißem Hemd gepaart, die perfekte Balance aus Business und Party verkörpert.

Mit der G-Star 30 Years Capsule Collektion erzählen drei Talente in ihren Dreißigern ihre Geschichte: Aino Laberenz, Geschäftsführerin des Operndorf Afrika; Rafaela Kacunic, Herausgeberin des This is Badland Magazins und Schauspieler Jerry Hoffmann. Interview sprach mit den Talents in kleiner Runde und erfuhr, was diese in ihren 30ern bewegt.

Interview Könntet ihr euch selbst beschreiben?
Aino Laberenz Ich finde es schwierig mich zu beschreiben. Ich versuche offen zu bleiben, arbeite sehr viel, aber immer mit Überzeugung. Ich lerne gerne und gehe in neue Bereiche. Und ich bin sehr oft gut gelaunt.
Rafaela Kacunic Ich bin gleichzeitig Outgoing und Introvert und überall zu Hause.
Interview Jerry, was wolltest du als Kind werden und hast du dir mit deiner Karriere als Schauspieler einen Traum erfüllt?
Jerry Hoffmann Eigentlich wollte ich immer Erfinder werden und ja, Schauspieler war schon früh mein Traumberuf. Es gibt aber noch so viele andere Träume, die ich habe.
Interview Welche Rolle stellte bisher deine größte Herausforderung dar und warum?
JH Eigentlich versuche ich immer Rollen danach auszuwählen, dass sie mich auch fordern und vor Herausforderungen stellen. Das können körperliche oder spielerische Herausforderungen sein. „Shahada“ von Burhan Qurbani war ein besonderer Film für mich, weil er mein erster war. Gerade habe ich für einen Schweizer Kinofilm das erste Mal einen Vater gespielt, dessen Frau schwer abhängig ist. In „Grzimek“ habe ich selber einen Heroinabhängigen gespielt, und jetzt bin ich im nächsten Film ein Märchenprinz und muss reiten und kämpfen. Das ist eigentlich das Schönste an diesem Beruf – man lernt nie aus.
Interview Rafaela, du hast 2017 mit dem This is Badland Magazin dein eigenes Print Magazin gegründet. Aus welcher Idee ist This is Badland entstanden?
RK Wir sind Teil einer Generation, die in einem kulturell hybriden Umfeld aufgewachsen ist — zwischen unserem Heimatland und dem „Westen“. Wir wollen die Balkan Region aus einer neuen Perspektive zeigen und Stereotypen überwinden, indem wir einer neuen, kreativen Generation eine Plattform bieten.
Interview Welche Ansichten und Schwerpunkte der Balkanregion möchtet ihr euren Lesern vermitteln?
RK Der Begriff ‚Balkan’ geht für uns über geographische Grenzen hinaus und wird eher durch symbolische, metaphorische und imaginäre Sphären im Magazin widergespiegelt
Interview Aino, mit dem Operndorf Afrika führst du die Vision deines verstorbenen Mannes Christoph Schlingensief weiter. Wie gestaltet sich deine Arbeit und was ist das Beste an deinem Job?
AL Es gibt sehr viel Schönes am und mit dem Operndorf Afrika. Wir haben ein Team in Berlin und das größere in Burkina, wir sind im ständigen Austausch. Unsere Projekte sind in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Architektur, gesellschaftliches Denken, Landwirtschaft, Kunst und diese Vielseitigkeit macht die Arbeit aus.


Interview Welche Ziele hast du in deinen Dreißigern verfolgt und was wünschst du dir für die Zukunft?
AL Mit Anfang dreißig habe ich sehr viel Verantwortung übernehmen müssen, den Nachlass Schlingensief und das Operndorf Afrika. Verantwortung für Mitarbeiter zu tragen, macht einfach was mit einem, das nehme ich sehr ernst für mich. Ich habe sehr viel gelernt und mich in Bereiche begeben, in denen ich vorher nicht gearbeitet habe. Das lässt einen wachsen.
Interview Jerry, auf deinem Instagram Account prangt der Banner #AlleFürsKlima, wie setzt du dich für den Klimaschutz ein?
JH Ich glaube der Anfang liegt beim Bewusstsein und dem Wissen, wie viel Einfluss man selbst hat, als Privatperson, wie auch als Mensch in der Öffentlichkeit. Konkret versuche ich, Plastik zu vermeiden, kaum Fleisch zu essen und wenig bis gar nicht zu fliegen. Nicht immer ist das möglich. Ich denke aber das Wichtigste ist eine Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, jeden Tag und überall.
Interview Rafaela, was bedeutet für dich Verzicht und wie konsumierst du nachhaltig?
RK Ich versuche jedes Jahr auf etwas Neues zu verzichten — letztes Jahr habe ich z.B. aufgehört Fleisch zu essen und dieses Jahr habe ich keine neue Kleidung gekauft. Für 2020 habe ich mir vorgenommen meinen Kleiderschrank zu reduzieren und soweit es geht auf eine vegane Ernährungsweise umzusteigen, ohne dabei eine dogmatische Haltung einzunehmen.
Interview Aino, die G-Star 30 Years Capsule Kollektion interpretiert Klassiker aus dem G-Star Archiv neu. Wie hat die Mode deiner Jugend deinen heutigen Stil geprägt?
AL Als Jugendliche habe ich sicher einiges ausprobiert und war beeinflussbarer, hatte aber auch oft meinen eigenen Weg. Ich war meistens burschikos, ein Jeans-Mädchen. Davon ist auch einiges geblieben, aber man hat ein anderes Bewusstsein für sich – das mag ich.
Interview Rafaela, hast du ein Lieblingsteil aus der Capsule Collection?
RK Die hohen Denim Stiefel und die Jeansjacke sind meine Favoriten.

 

Die G-Star 30 Years Capsule Collection ist über G-Star.com erhältlich.

Words JULIA DEUTSCH

Styling & Creative Direction TIM HEYDUCK
Fotografie JOSEPH KADOW
H&M JANINA ZAIS