REISETIPP: SITGES

Während in Deutschland die nass-feuchten Herbsttemperaturen eine dunkle Vorahnung auf den bevorstehenden Winter geben, klettert das Thermometer im Süden Europas gelegentlich noch über 20 Grad: Grund genug zu träumen, von Sonne, Sommer, Strand und Meer.

Nicht wirklich unbekannt, aber trotzdem von der großen, nur 35 Kilometer entfernt liegenden, Schwester Barcelona überschattet, ist das malerische 25.000-Seelen-Städtchen und Badeparadies Sitges, eine (pop)kulturelle Hochburg in Mitten des Naturparks Garraf, zwischen der Costa Dorado und dem kalkigen Mittelgebirge Cormaqua Garraf gelegen. Die weiten Sandstrände, das milde Mikroklima und das saubere Wasser allein, wirken in der Hochsaison als Magnete für Touristen, hinzu kommen noch alle möglichen Veranstaltungen, für welche es sich lohnt, im Winter schon den Terminkalender zu zücken und die Anreise zu planen:

Blick von einem der Balkone des ME Sitges Terramar, auf die traumhafte Costa del Garraf.

Vom 18. Bis zum 26. Februar 2020, findet der, über die katalanischen Grenzen hinweg berüchtigte, Karneval statt, er gilt gar als eines der wildesten Feste Spaniens und das schon seit über 100 Jahren. Für eine Woche wird gefeiert, getanzt und getrunken und dabei läuft schon der Countdown für die ganzen anderen Straßenfeste, der auf den ersten Blick so malerischen Künstlerstadt. Die legendäre Gay Pride Sitges findet zwischen dem 3. und dem 7. Juni statt. Das ebenfalls international bekannte Tango Festival, wird im kommenden Jahr nicht mehr im Juli, sondern im September abgehalten. Nur einen Monat später, ein weiteres Spektakel: im Oktober, lädt das „International Fantastic Film Festival of Catalonia“ ein, das Festival gilt weltweit als eine der wichtigsten Veranstaltungen für Fans von Fantasy- und Horrorfilmen. Das publikumswirksame Highlight dieser Film-Woche, ist der sogenannte „Zombie Walk“, das Stadtzentrum wird für einen Tag zum „Place to be“ für alle Untoten und die, die es noch werden möchten.

Direkt vor der INTERVIEW Hotelempfehlung, das ME Sitges Terramar, liegt einer der über 17 Sandstrände Sitges.

Selbst für jene, die Großveranstaltungen lieber meiden und tatsächlich „nur“ einen der über 17 Strände und das Meer genießen wollen, werden kulturelle Beschäftigungen zur Genüge geboten, immerhin schon in der Steinzeit sollen hier Menschen ansässig gewesen sein, die ältesten Ausgrabungen werden den Iberern, zwischen dem 4. Und 3. Jahrhundert vor Christus zugeschrieben. Unter den Römern, Anfang des 1. Jahrhunderts, entwickelte sich Sitges zu einem wichtigen Hafen im westlichen Mittelmeer, ob aus dieser Zeit auch der Name stammt, Sitges ist die Abhandlung von Sitja, was übersetzt „Kornspeicher“ bedeutet, ist ungewiss. Die Geschichte bis in die Moderne war lebhaft, mal gab es Geld durch Handel, mal herrschten Hungerperioden und Epidemien. Erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich, mit Eröffnung der Eisenbahnstrecke Sitges-Barcelona der Haupt-Wirtschaftszweig – der Tourismus.

“Balkon-Schnappschuss” im ME Sitges Terramar.

Aber zurück zur Kultur: Santiago Rusiñol, einer der bedeutendsten katalanischen Maler (außerdem Schriftsteller, Journalist und Theaterautor), Zeitgenosse Picassos und Mitbegründer bzw. Hauptvertreter des Modernisme, zog 1891 nach Sitges und verpasste dem Seebad seinen künstlerischen Anstrich, was den Touristenströmen natürlich keinen Abbruch tat.  Insbesondere die Avantgarde entdeckte das Städtchen, unweit des Kulturzentrums Barcelona, für sich, brachte den Sinn für Hedonismus mit und lies Sitges weltoffen und ausgelassen werden. Seit spätestens den 1960er Jahren gilt somit insbesondere der explizit schwule Tourismus, als populäres und Geld-bringendes  Aushängeschild.

ANREISE: Mit dem Flugzeug zum Flughafen El Prat Llobregat. Aus Barcelona nimmt am einfachsten den Zug, die Regionalbahn bringt einen im 20 Minuten Takt vom Hauptbahnhof Sants nach Sitges. Mit dem Auto fährt man über die gebührenpflichtige Autobahn C-32. Oder man entscheidet sich für die `aussichtsreichere‘ Küstenstraße C-31, etwas länger aber sehr viel schöner.

UNTERKUNFT: INTERVIEW empfiehlt das ME Sitges Terramar (hier geht es zur Website), direkt an der Strandpromenade gelegen „ideal geeignet für einen Spaziergang unter Palmen oder eine Fahrradtour und den Genuss der Sonne… Oder der Magie der Nacht“. Das vier Sterne Hotel verbindet avantgardistisches Design und Erholung am Mittelmeer  und verspricht spannende Events und Unterhaltung zu einem, auch in der Hochsaison, wirklich angemessenen Preis.

 

Words PAUL METALL