MARIE TOMANOVA

 

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (Euopean Month of Photography, kurz: EMOP), die inzwischen schon zum neunten Mal stattfindet, zeigt das Tschechische Zentrum in Berlin die Ausstellung Live For The Weather von Marie Tomanova.  Die junge Fotografin aus dem tschechischen Mikulov fotografierte zwischen 2005 und 2010 tagebuchartig das Leben und die Menschen ihres kleinstädtischen Heimatorts, mit der Kamera ihres Smartphones.  Dann zieht sie nach New York macht inhaltlich ähnliches, nur professioneller.  Beide Serien werden nun gegenübergestellt, konfrontiert sozusagen. Die Kunsthistorikern Ksenia Nouril schreibt: „Live for the Weather verkörpert den sorglosen Geist der Jugend angesichts einer unsicheren Zukunft. Ihre Liebhaber, Freunde und Familienmitglieder vermischen sich in dieser asynchronen Erzählung … der Jugend.“ Und damit mag sie recht haben, Jugend der gemeinsamer Nenner, alles andere ist diametral unterschiedlich, was Okay ist und was die Schönheit und Eindrücklichkeit der Ausstellung ausmacht. Es gibt keine Orientierung und keine Logik, das weiß Tomanova am besten: sie fühlt sich nicht heimatlich verbunden zur Wahlheimat den USA, zieht zurück nach Tschechien und stellt fest, dass die Orte ihrer Jugend nur verklärte Erinnerungen sind. Ein trauriger wie schöner Gedanke, welcher aktuellen Diskussionen über Heimat ordentlich Wind aus den Segeln nehmen könnte.

 

Marie Tomanova: Live For The Weather
25.09 – 14.11.2020
Kuratiert von Thomas Beachdel, PhD

Tschechisches Zentrum Berlin
Wilhelmstraße 44 / Eingang Mohrenstraße, 10117 Berlin

 

 

Words PAUL METALL