EXTRAVAGANTES LEBEN UND VERBOTENE KUNST

Im Rahmen des Gallery Weekends 2019 eröffnet der TASCHEN Verlag eine Ausstellung über den Maler und Illustrator George Quaintance. Die homoerotischen Zeichnungen des US-Amerikaners gelten als vorbildlich für ein, zur damaligen Zeit, ganz neues Genre.

Am 26. April ab 19:00 Uhr kann man sich im TASCHEN Store in der Schlüterstraße 39 (10629 Berlin) selbst ein Bild von „The Flamboyant Life and Forbidden Art of George Quaintance“ machen.

 

The Bandit, 1953, Oil on Canvas, 32 x 42 in. (101.5 cm x 81 cm), © George Quaintance, courtesy of TASCHEN

„My first problem was to get over those high blue mountains I was born behind. After I accomplished that, there were many strange paths I had to follow – many unpleasant menial tasks I had to perform – many more mountains I had to cross“. So wird George Quaintance 1956 zitiert und sieht man seine Zeichnungen und Malereien möchte man ihm das gerne glauben. 1902 in Page County Virginia auf einem Bauernhof geboren, entdeckt er schon früh seine kreative Ader. Mit 18 zieht es ihn dann nach New York, wo er Malerei und Tanz studiert.
Eine Weile verdient er sein Geld als Haar-Stylist, später in der Werbung. Bekanntheit erlangt er dann mit Cover-Illustrationen für Pulp-Magazine. Wirklichen Erfolg hatte er als Künstler nie, die Zeit war noch nicht reif für Quaintance‘ maskuline Fantasiewelt mit Latin Lovers, kantigen Cowboys und muskulösen Gladiatoren. Eine Zeit, in der Homosexualität ein Tabuthema war, war die Abbildung von offensiver Nacktheit generell verboten und die semi-pornographische an Kitsch grenzende Erotikkunst von Quaintance am Rande der Legalität.

Manolo, 1952, Oil on Canvas, 40 x 30 in. (101.5 x 76 cm), © George Quaintance, courtesy of TASCHEN

Primitive Man, 1952, Oil on Canvas, 40 x 30 in. (101.5 x 76 cm), © George Quaintance, courtesy of TASCHEN

1957 stirbt George Quaintance mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt in Los Angeles. Eine Generation später schafft es eine ganze Reihe von Kunstschaffenden den künstlerischen Nachlass von George Quaintance zur Popularität zu verhelfen – er gilt als direktes Vorbild für Namen wie Tom of Finland, Harry Bush oder Etienne.

Ausführlicheres dann am 26. April, zwischen 19 und 21 Uhr im Berliner TASCHEN Store in der Schlüterstraße 39 (10629 Berlin). Anmelden kann man sich auf der offziellen Website unter dem Teaser der Ausstellung “The Flamboyant Life and Forbidden Art of George Quaintance”.

 

 

Text TOBIAS LANGLEY HUNT