BERLIN FASHION WEEK

Von einer Show im „Knutschfleck“ bis hin zur #MeToo-Debatte: Das waren die fünf spannendsten Shows und Events der diesjährigen deutschen Modewoche

ODEEH – Eklektische Workwear und Brokat

Den Auftakt der Berlin Fashion Week machte das Designer-Duo von ODEEH, mittlerweile fester Bestandteil der Modewoche. Jörg Ehrlich und Otto Drögsler wählten die Räumlichkeiten der Berliner Festspiele und vereinten ihre Models zunächst in den Zuschauerreihen hinter der Bühne, bevor die Bühne in bester Atmosphäre als Laufsteg fungieren durfte. Starke Outfits in eklektischem Material- und Farbmix dominierten die Kollektion, die geschichtete Kleider und Hosen, sowie strenge Blazermantel und liebliche Brokatkleider umfasste. Ein wahrer Augenschmaus!

LOU DE BÈTOLY – Recycling auf Luxus gemacht

Odély Teboul, frühere Hälfte des Berliner Designer-Labels Augustin Teboul, zeigte im Zuge der Berliner Fashion Week ihre erste Laufsteg-Show unter dem Namen Lou de Bètoly. Genannt „Eaux-Fortes“ vereinte die Kollektion recycelte Materialien. Plastik, Angora, Cashmere sowie Nylon-Stretch-Stoffe brachten den nachhaltigen Ansatz der jungen Französin, die in Neukölln ihr Atelier bezogen hat, zum Ausdruck. Die in mühevoller Handarbeit hergestellten Patchwork-Teile, darunter eine Tasche aus tausend Handschuhen, bezeichnet die Designerin als „Ethno Dada“. Newcomerin ist Odély trotzdem keine mehr, denn schon Größen wie Madonna, Lady Gaga und Beth Ditto trugen ihre Kreationen.

WILLIAM FAN – Glamour im „Knutschfleck“

Als Hommage an die Musik und vom schillernden Nachtleben inspiriert präsentierte der deutsche Designer mit asiatischen Wurzel seine neue Herbst/Winter 2019-Kollektion in der schrulligen Karaokebar „Knutschfleck“. Passenderweise trägt die Kollektion den Namen „It’s your time to shine“ und vereint eine Symbiose aus für William Fan typischen Schnitten und Neuheiten: Glitzermäntel gab es diesmal aus Paillettenstoff, den klassischen Trenchcoat im Tiger-Muster und auch fliederfarbene Town Heels durften nicht fehlen. Neuheiten waren raffinierte Zopfstrickpullover, Cocktailkleider sowie Ankleboots aus verschiedensten Materialien. Auch Puma-Treter fanden ihren Weg auf den Laufsteg: der ikonische 90er Jahre Schuh „Cell Endura Patent 98“ wurde mit Tasseln und Swarovski-Kristallen besetzt und wild dazu kombiniert.

NEONYT – Nachhaltigkeit aus aller Welt

Die Neonyt-Modenschau, ein Hub für Mode, Nachhaltigkeit und Innovation, vereinte auf der Berlin Fashion Week umweltbewusste Modelabels aus aller Welt. Ausgedacht hat sich das Ganze Claudia Hofmann, Vorstandsmitglied des Fashion Council Germany, die jenem eine neue Ausrichtung gab, was sich früher „Greenshowroom“ nannte. Männer mit Eierschalenhüten des Kappen-Hauses Spatz aus Passau galten als Highlight der Show, daneben zeigten internationale und kleinere Labels wie Norwegian Rain, Ecoalf oder Wunderwerk, sowie Julia Leifert, Natascha von Hirschhausen oder Fade Out ihre Mode. Als Inspiration hinter dem Styling galt karibisches Wasser in Form von Pastellfarben.

Neonyt-Show

UNLOCK Style by ZEITmagazin – #MeToo und Selbstdarstellung

Rund 300 Persönlichkeiten aus Mode, Kreativbranche und Medien diskutierten auf der diesjährigen Mode-Konferenz des ZEITMagazins, umgetauft auf den neuen Namen „UNLOCK Style“. Die Gäste umfassten etwa Modeikone Alexa Chung, Designer Arthur Arbesser, Stylist Dogukan Nesanir, Kreativdirektor von Roger Vivier Gherardo Felloni, Leiter des London College of Fashion Frances Corner sowie das britische Model Edie Campbell, die über die #MeToo-Debatte und ihre unzureichenden Veränderungen auf die Modewelt sprach. Alexa Chung hingegen sprach über die politische Dimension von Selbstdarstellung im Zeitalter der Sozialen Medien.

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