BACKSTAGE

IN PARIS

 

Die Pariser Men´s Fashion Week 2019/20 hat neue Herangehensweisen an die Geschlechterverteilung gebracht: traditionelle, männliche Silhouetten wurden mit femininen Formen, Übergrößen und farbenfrohen Materialien gemischt. Der Fotograf Lucas Caqlar wagte einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.

HERON PRESTON

Für seine Debüt-Show „Night Shift“ verwandelte Heron Preston das Palais de Tokyo in ein Flughafenterminal mit Röntgengerät und Überwachungskameras. Inspiriert durch die TSA-Kultur und seine unaufhörlichen Reisen umfasste die Kollektion Workwear-Jacken, die man bereits von Heron Preston kennt, sowie neue Pfade wie ein recyceltes Fallschirm-Oberteil aus Nylon, hübsch gestrickte Pullover, elegante Activewear und eine Zusammenarbeit mit Nike. Der amerikanische Rapper Gunna und Virgil Abloh statteten auch einen Besuch ab.

CMMN SWDN

Die Punk-inspirierte Kollektion des Designerduos Emma und Saif Bakir von CMMN SWDN vereinte Subkultur und Sinnlichkeit in Form des Archetypes apokalyptischer Raver. Mit von der Partie waren Latexhosen, Patchwork-Teile, marmorierte Drucke, ausgefranste Strickwaren und aufgeschnittene Ärmel. Alles ein wenig zerfleddert, eben. Und nicht zu vergessen: der gepolsterte Daunen-Schal. 

ÉTUDES

Die Études Kollektion Nummer 15 (die Designer Aurélien Arbet, Jérémie Égry und José Lamali nummerieren gerne) beschäftigte sich mit Grafiken. Die ästhetische Besonderheit? Eine Partnerschaft mit Haring Studio, um Werke des verstorbenen Künstlers Keith Haring zu reproduzieren. Insbesondere die U-Bahn-Zeichnungen in New York City haben es den drei Designern angetan. Eine weitere Kollaboration entstand mit dem Fotografen Colin Snapp, dessen Werke sie als abstrakte, verpixelte Drucke verwendeten und damit auf die 90er und 00er Jahre hinwiesen. Layering, maßgeschneiderte Jacken und schlaffe Hosen rundeten das Ganze ab. 

SACAI

Chitose Abe brachte eine energetische Mischung auf den Laufsteg, die mit Volumen, Textur und Dekonstruktion spielt. „Ich kann zwar keine Leben retten, aber ich kann den Menschen Positivität und Vergnügen bereiten“, sagte die Sacai-Designerin hinter den Kulissen, nachdem ihre Show wegen der Gilets Jaunes-Proteste verschoben wurde. Mäntel in Fischgrat-Muster, gestrickte Accessoires mit Fransen sowie viel Kunstpelz und Daune machten den hybriden Charme der Kollektion aus.

OAMC

Luke Meier eröffnete seine Herbst-Show mit Grunge-Referenzen der 90er Jahre in Form üppiger Formen und übergroßen Hemden und Mänteln, die trotz alledem elegant wirken. Auch an viel Wolle durfte es nicht fehlen, um seine unzähligen Rollkragenpullover zu begleiten. Karomuster und Pastelle machten die strengen Formen etwas freundlicher. Matthew Barneys „Cremaster“ -Serie spielte auch eine Rolle, sie zeigte sich in Form von Latex-Teilen und illustrierten Tragetaschen.

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